Chronik des Reiterverein Südangeln e.V.

Im Jahre 1903 hat der damalige Pferdehändler Asmus Petersen in seinem Heimatort Lindaunis das erste Ringreiterfest Südangelns durchgeführt, 1913 brachte er diese Sportart nach Süderbrarup. Der Süderbraruper Verein hatte sein Reiterfest (Ringreiten) am l. Juli 1923 als Ausrichter. Ein Jahr später, am 10. August 1924, wurde auf dem Marktplatz und auf Brebelhof das zweite Reit- und Springturnier des Reiterbundes Nordmark veranstaltet. Hier errang der Süderbraruper Reiterverein den l. Preis.
Am 14. August 1927 wurde in Süderbrarup das 5. Turnier des Reiterbundes Nordmark durchgeführt. Drei Jahre später gewannen die Süderbraruper beim Bundesturnier in Grundhof die neue Ehrenlanze im Ringstechen. Nach 1933 wurde dem freien privaten Reitsport ein Ende gesetzt durch die Bildung von SA-Reiterstürmen, die politischen Zwecken dienen sollten. Es kam der zweite Weltkrieg mit seinen verheerenden Folgen.
Am 3. Oktober 1947 trafen sich Mitglieder aus 14 Reitervereinen, um den Reiterverein der Landschaft Angeln wieder aufleben zu lassen. Am 10. Juli 1949 trat der Reiterbund Nordmark in Süderbrarup wieder mit einer Pferdeleistungsschau an die Öffentlichkeit. Bei den Abteilungswettkämpfen der Vereine holte sich der Turnierverband Süderbrarup den zweiten Platz, beim Mannschaftsspringen den ersten Platz.
Die zunehmende Mechanisierung in der Landwirtschaft in den 1950er und 1960er Jahren führte zu einem starken Rückgang des Pferdebestandes, in dessen Folge auch die Vereinstätigkeiten eingestellt wurden.

In einer Versammlung am 19. Juli 1972 im „Gasthof zur Börse” wurde dann der heutige „Reiterverein Südangeln e. V.” neu gegründet. 36 Mitglieder traten dem Verein bei. Nun konnte sich der Wandel von der landwirtschaftlich geprägten Freizeitgestaltung der angeliter Bauernsöhne zu einem Breitensport für jedermann vollziehen. Zum l. Vorsitzenden wurde Hans Heinrich Thomsen aus Fahrtoft gewählt, weitere Vorstandsmitglieder waren Asmus Andresen, Karl Heinz Kriegshammer, Klaus Koss, Karl-Heinz Thomsen, Ernst-Otto Nickel und Anneliese Nickel.
Im Jahre 1973 errichtete die Familie Jessen auf ihrer Hofanlage in Güderott mit Unterstützung des Reitervereins eine Reithalle in den Abmessungen 20×40 m mit einem Casino. Damit hatten die Reiter für die Ausbildung und für Veranstaltungen einen festen Anlaufpunkt gefunden. Die seither durch die Reitschule Güderott bereitgestellten Schulponys und Schulpferde ermöglichten einer großen Schar vorwiegend Jugendlicher den Einstieg in den Reitsport und begründete so den stetigen Aufwärtstrend der Mitgliederzahlen.
Im Sommer 1974 gab es in Süderbrarup wieder einen Reitertag, der zu einem großen Erfolg wurde. Von da an wurden fast jährlich Reitturniere durchgeführt. Viele Süderbraruper erinnern sich noch an die Veranstaltungen auf der Turnierkoppel von Hans-Detlef Boysen an der Stelle, wo heute Teile des Baugebietes „Waldstraße“ zu finden sind.
Auf der Mitgliederversammlung am 14.02.1977 wurde Erich Nickel aus Süderbrarup zum l. Vorsitzenden gewählt. In seiner 20-jährigen Amtszeit hat er den Verein bis heute geprägt. So wurden z. B. im Jahr 1980 mit Unterstützung durch Land, Kreis und Gemeinden sowie mit erheblichen Eigenmitteln des Vereins etwa 7,2 km Reitwege gebaut, die bis heute von den Reitern sehr gern zum Reiten in unserer schönen Landschaft angenommen werden.
Im Jahr 1981 wurden auf einer eigens hergerichteten Geländestrecke die Hamburg/Schleswig-Holsteinischen Landesmeisterschaften im Vielseitigkeitsreiten in der Klasse L ausgerichtet. 1982 konnte eine etwa 2,5 ha große Fläche als Turnierplatz genau gegenüber der Reitanlage der Familie Jessen angepachtet werden. Dadurch wurden sehr gute Voraussetzungen für Turnierveranstaltungen geschaffen. Seither werden dort jährlich Turniere ausgerichtet, teils mit Dressur- und Springprüfungen bis zur Klasse S und seit zwei Jahren wird zusätzlich die Kreismeisterschaft des Reiterbundes Nordmark-Flensburg-Schleswig kontinuierlich durchgeführt.
1984 konnte der Reiterverein Südangeln e.V. mit seiner Abteilung (Knut Jessen, Wiebke Siggelkow, Gerd Lassen, Thomas Hansen, Mathias Hoffmann-Pinther, Mercedes Barrachina und Peter Köster) den zweiten Platz beim Landeswettkampf der Reitabteilungen auf dem Landesturnier in Bad Segeberg erringen, an dem 26 weitere Vereine aus ganz Schleswig-Holstein teilgenommen hatten.
1988 fand der Landesvergleichswettkampf der Reiterbünde in Güderott statt. Erstmals fand 1989 die Schleswig-Holstein-Jagd von Güderott aus statt. Auch das Jagdreiten wird mit jährlich im Herbst stattfindenden Reitjagden durch die reizvolle Landschaft Angelns vom Reiterverein Südangeln e. V. gepflegt.
Durch den Neubau einer Reithalle auf dem Hof Norwegen durch die Familie Waterhues wurde ab 1989 der Reitsport auch in Mohrkirch wieder belebt. Im Rahmen der Flurbereinigung und der Aufforstung wurde auch hier ein Reitwegenetz erstellt.
In den 1990er Jahren konnte der Verein durch das große Engagement seiner Mitglieder die Infrastruktur des Turnierplatzes sowie die gesamte Ausstattung incl. des Hindernismaterials den Erfordernissen für die Ausrichtung heutiger Reitturniere anpassen.

Reitschule Güderott